Eingangs die Frage, welche Person, oder welches Kommitee, sich diesen Namen für ein Tief ausgedacht hat? Als erstes dachte ich, als ich in der twittersphäre davon las, man spreche von der Daisy aus den Disney Comics – ihr wisst schon, diese Ente.
Mein zweiter Gedanke ging, aus welchen Beweggründen auch immer, in Richtung Mooshammers Köter.
Vielleicht nicht die beste Nachrichten- und Namenspolitik. Aber egal, dies sei nur am Rande erwähnt, mittlerweile dürfte jeder wissen, dass jenes weiße Wetter draußen vor unseren Stuben und Haustüren, diesen Namen trägt.
Allerdings war das mediale Unwetter sehr viel stärker, psychologisch extremer und auch sonst irgendwie angsteinflößender. Vergleiche zur Schweinegrippe liegen nahe und die Frage sei an dieser Stelle erlaubt, ob die Medien von einer Wintermediengrippe mit Haluzinationen geplagt werden.
Wenn man sich die Wetterberichte der letzten Tage anschaut (aber wer macht das schon, selbst die Tageszeitung von gestern ist aktueller, als der gestrige Wetterbericht), wird man feststellen, welche Angst die Metereologen unserer Nachrichtensender verbreitet hatten. Von mehreren zehn Centimeter Schnee war die Rede (vereinzelt sogar von fast einem Meter), heute scheint dies eher Schnee von gestern zu sein, ist doch auch das befürchtete Verkehrschaos, zumindest in meiner Region bis jetzt (12.57h) ausgeblieben. Selbst Busse und Bahnen verkehren pünktlich – wann kann die DB das schon mal von sich behaupten?
Was lässt sich aus diesen Ereignissen ablesen? – Außer, dass es erstens anders kommt und zweitens als man denkt?
Nun, zum einen sicherlich die Fehleranfälligkeit des Wetterberichts, bzw. überhaupt eine Wetteranalyse vorzunehmen. Selbst modernster Technik ist es nicht möglich alle, aber wirklich alle, winzig kleinen Faktoren, die das Wetter beeinflussen, mit einzubeziehen (vorrausgesetzt, sie sind bereits bekannt). Die “Butterfly” Theorie lässt grüßen.
Zum anderen zeigt es aber auch ganz deutlich, in welcher Verfassung sich die Gesellschaft und vorallendingen die Medien befinden.
Wenn selbst in dem sonst so ansprechend seriösen, meinungsvielfälltigen, ZDF heuteJournal das Hauptthema das drohende Unwetter ist, fragt man sich, ob das Sommerloch mittlerweile ungekannte Ausmaße angenommen hat und nicht vielleicht besser in ein Alljahres-Nachrichtentief umbenannt werden sollte.
Die Frage nach der Medienkompetenz muss neu gestellt werden. Wer besitzt sie noch, wer darf noch als seriös gelten – ist es überhaupt noch seriös, über das Wetter zu berichten, oder lieber solche, sogenannten “Unwetter” ersteinmal ganz unter den Tisch fallen zu lassen (höchstenst eine Warnung in den extra Wetternachrichten sei erlaubt)?!
Eine Antwort steht mir sicherlich nicht zu, aber es sei jedem gestattet, sich seinen Teil dazu zu denken – Gemäß dem Marquis von Posa:”Gebt Gedankenfreiheit, Sire!”
Aber natürlich ist heute wettertechnisch nicht alles schlecht. So hat der Schnee auch seine schönen Seiten, allerdings nur in Verbindung mit der richtigen Temperatur. Denn dann taugt ebendieser nicht nur zum Formen und Werfen, sondern das gefrorene H2O bietet auch eine hervorragende Unterlage, um über den ortlichen Weiher im Hiroshima-Nagasaki-Park zu flanieren.
Richtig schön wäre es, eben jene Momente dann für alle Ewigkeiten auf Polaroid, oder zumindest digital zu greifen. Bedauerlicherweise musste ich aus Platzgründen heute meinen digitalen Photonenfänger zu Hause lassen, sodass nur Überlieferungen an die Nachwelt, zumindest von meiner Wenigkeit, bleiben.
Aber es ist, auch als audience of one, sehr erfüllend die Paare beim spazieren stapfen durch den Schnee zu beobachten, oder den Eltern mit den, erquickt auf Schlitten durch die Gegend rodelnden, Kindern zuzusehen und sich an vergangene Jahre zu erinnern. – Kind müsste man nochmal sein und sich von Papa auf dem Schlitten ziehen lassen dürfen.
Neben dem fallenden und vom Wind durchwirbelten Schnee, ist auch die Durchfahrt von Zügen an den “dörflicheren” Haltestellen eine reine Augenweide, wird doch jenes kristaline Lebenswässerchen durch die kinetische Energie des Zuges in seiner Bewegungsrichtung zufällig beeinflusst und unheimlich schön durch die Luft gewirbelt.
Winter hat eben doch eine ganz besondere, künstlerische Ästhetik.
In diesem Sinne fröhliches Schneeschippen, Schneeballschlachten schlagen, Schneemänner bauen, Schneeflocken fotografieren, Schlitten fahren, Salz streuen!
Song für die Nacht: Audioslave – I am the highway
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