Januar 18, 2010 2

Über die abartige Natur menschlicher Ignoranz

By deLtadeep in alltag

Ignoranz stinkt und nicht, wie landläufig weit verbreitet, die vorherrschende Meinung zum Eigenlob tendiert, denn der ist meist eher als bizarre Verzerrung von Selbsthumor, oder gesundem Selbstwehrtgefühl zu interpretieren.
Ignoranz stinkt, weil es vielen stinkt, und zwar fernab des biologischen, rein geruchstechnischen, Sinne, sondern weil etwas nicht so funktioniert, geschieht, abläuft – was auch immer – wie es das bequeme Gewohnheitstier Mensch es gerne hätte.

Dabei spiegelt die Vielzahl von Ignoranzen die Multiperspektivität und Kausalität diese absonderlichen Verhaltens wider.
Selbstverständlich – und das ist ganz natürlich – liegt in der gesunden Ignoranz menschlicher Instinkte in erster Linie ein Schutzmeschanismus – jener subtil-infantile Trieb, der dem modus oparandi folgt:

“Was ich nicht seh, sieht mich auch nicht.”

Allerdings birgt diese Perspektive, übertragen auf soziale Interaktion und Kompetenz, politische Belange, Regenwaldabholzung1 u.a. ein durchaus gefährliches Potenzial.
Denn dieses “sich abkapseln” von der natura loci, die im Grunde immer gen Chaos strebt, funktioniert in dieser imaginären, heilen Welt nicht.
Nicht, dass der Regenwald, jetzt als Fallbeispiel herhaltend, nicht jeden etwas angeht und es uns egal sein kann, was mit ihm geschieht, nein, auch soziale Kompetenz wird an der Messlate der Ignoranz gemessen – leider alerdings, und das sei hier nicht verschwiegen, auch der berufliche Erfolg.
Wenn sich also ein Mitglied der ehrenwerten Gesellschaft dazu entscheidet2, von seiner Umwelt, sei es auch nur von einem einzigen Subjekt, respektive Objekt, dieses sozialen Komplexgefüges, zu entziehen zu versuchen, wird dies unweigerlich und konsequenterweise Folgen auf die restliche Umwelt haben – freilich nur im betrachteten Mikrokosmos-Systems der betreffenden Person.3
Letztendlich manifestiert sich gerade in der Ignoranz der perfide menschliche Egoismus und das Streben nach dem eigenen Wohl.
Darum sollte auch hier die Maxime gelten:

“Nur weil etwas immer schon so war, bedeutet es nicht, dass es automatisch gut und unveränderbar ist.”

  1. ein sehr weites Feld []
  2. aus freien Stücken []
  3. Auswirkungen nach der Butterfly-Theorie bedarf es einer genauen Untersuchung; bei global-politischen Belangen aber durchaus vorstellbar. []

Tags: , , , ,

2 Responses to “Über die abartige Natur menschlicher Ignoranz”

  1. Naden sagt:

    Dein Artikel gefällt mir :-)

    AntwortenAntworten
  2. deLtadeep sagt:

    @Naden: Dankeschön, freut mich =)

    AntwortenAntworten

Leave a Reply

=) ;-) :D :-| :-x :-P :-O :-D :-/ :-) :-(( :-( ._. -> -.- *thumbsup*